
Die bisherigen Ringlinien mussten aus betrieblichen Gründen zweimal Stehzeiten einhalten. Fahrgäste, die über die Stationen Schottenring und Stubentor hinaus wollten, sahen sich so zu unfreiwilligen Pausen gezwungen.
Deshalb nahmen die Wiener Linien – eine Initiative des Fahrgastbeirates unter dem Vorsitz von Univ. Prof. DI Dr. Hermann Knoflacher aufgreifend – den Straßenbahnverkehr auf der Ringstraße genauer unter die Lupe. Nach einer umfassenden Analyse wurde er neu organisiert.
Das Konzept beruhte auf der Idee, Straßenbahnlinien, die bislang von einem Stadtteil ins Zentrum führten, miteinander zu verknüpfen. Dies sollte einerseits eine umsteigefreie und damit noch schnellere Verbindung durch die Stadt ermöglichen; andererseits galt es noch bessere Anschlussmöglichkeiten zur U-Bahn zu schaffen.
Die Verkehrsplaner der Wiener Linien untersuchten jene Linien, die sich für eine Verbindung durch die Stadt über den Ring eigneten. Sehr schnell zeigte sich, dass vor allem die bisherigen Linien 1, 2, 65, J und N Verbesserungspotenzial aufwiesen.
Am 26. Oktober 2008 war es dann soweit: In der ersten Umsetzungsphase traten neue Linienführungen in Kraft, die es nunmehr ermöglichen, die Stadt mit weniger Umsteigevorgängen zu durchqueren und die U-Bahn-Linien dank mehr direkter Verbindungen noch schneller und bequemer zu erreichen. Durch die neuen Ringlinien wurden viele Teile Wiens direkt an die City angebunden und darüber hinaus untereinander besser vernetzt.
Zusätzlich wurden die Ampelschaltungen entlang des Ringes effektiver gestaltet, was die Wartezeit an den Kreuzungen und damit die Reisezeit der Fahrgäste deutlich verkürzt. Die bisherigen Intervalle wurden beibehalten.
Nach den ersten Betriebswochen erfolgten kleinere Nachjustierungen in den Bereichen Intervalle, Fahrzeugeinsatz, Ampelschaltungen und Verkehrsorganisation, womit die Zuverlässigkeit der beiden neuen Linien verbessert werden konnte.
Erste Auswertungen von elektronischen Fahrgastzählgeräten bestätigten ebenso wie Beobachtungen den prognostizierten Trend – die Fahrgastzahlen lagen höher als auf den vergleichbaren Vorgängerlinien. Das ursprünglich angestrebte Ziel wurde damit erreicht.
Das Österreichische Institut für Raumplanung (ÖIR) hat rund 700.000 zusätzliche Fahrgäste durch die neuen Durchgangslinien prognostiziert.
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